Mülltonne als Gefahrenherd
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Brandschutz: Erbacher Jugendfeuerwehren sind rund um die Uhr im Einsatz und üben auch den Umgang mit Chemikalien

Es war ein spannendes Wochenende für die Jungen und Mädchen der Erbacher Jugendfeuerwehren der Kernstadt und Bullau/Dorf-Erbach. Von Samstag bis Sonntag jeweils zehn Uhr war eine 24-Stunden-Übung für die Nachwuchsbrandschützer angesetzt. Unter Gesamtleitung des  Stadtjugendfeuerwehrwartes Tobias Lorz, unterstützt von zahlreichen Helfern, hatten die Jugendlichen die Feuerwache der Kreisstadt zu besetzen.
Angelehnt an die Aufgaben einer Berufsfeuerwehr waren sie in zwei Wachgruppen eingeteilt. Je nach angenommener Schadenslage wurden diese Gruppen einzeln oder auch gemeinsam alarmiert. Da galt es, einen Mülltonnenbrand zu löschen und Chemikalien zu bergen; Personenrettung, Brandeinsätze oder die Suche nach einer vermissten Person und etliches mehr standen auf dem Übungsplan. Selbst Einsatzfahrten wurden simuliert, die sich am Zielort als Fehlalarmierungen herausstellten.
Und in den Zwischenzeiten? Langeweile ausgeschlossen. Es gab ausreichend Pausen- und Ruhezeiten. Im Vordergrund standen allerdings Unterricht und Schulungen. Aber auch interne Tätigkeiten waren zu verrichten, so beispielsweise Schlauchwäsche oder Hallen- und Fahrzeugreinigung – ganz wie bei den Profis eben. Noch vor dem Frühstück am Sonntag hatten beide Wachgruppen erste Einsatzfahrten zu absolvieren, bevor es dann am späteren Vormittag zum Großalarm für alle kam: Brand in der städtischen Turnhalle. Da konnte die junge Truppe ihre Fähigkeiten im größeren Zusammenspiel beim Löscheinsatz eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Hat’s denn Spaß gemacht? Diese Frage brauchte man eigentlich gar nicht zu stellen. Denn im persönlichen Gespräch zeigten sich die Nachwuchsbrandschützer begeistert. Mit solch ereignis- und arbeitsreichen Übungsmaßnahmen ist es möglich, das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehren darzustellen.
So zeigt sich auch, dass der Dienst oft mehr Hintergrundarbeit bringt, in Form von Schulungen sowie Wartungs- und Pflegearbeiten, als die häufig spektakulären Hilfs- und Rettungseinsätze. Dennoch, gerade für die Jugendlichen bedarf es auch dieses Kicks; denn Alarmfahrten im Feuerwehrwagen mit Blaulicht und Martinshorn sind für die Kids schon ein Erlebnis.
Hinzu kommt die wichtige Erfahrung der Zusammenarbeit und des Zusammenhaltes innerhalb einer Gemeinschaft. Die Verantwortlichen um Tobias Lorz haben mit dieser Langzeitübung ganz sicher den Nagel auf den Kopf getroffen.
Auch Stadtbrandinspektor Jürgen Volk zeigte sich zufrieden in doppelter Hinsicht: Mit der Jugendarbeit innerhalb seiner Wehr im allgemeinen, mit dem Verlauf der jüngsten Langzeitübung für die Jugendlichen im besonderen.

Quelle: Echo Online vom 7.6.2011